Rückblick auf den Einsatz im Zusammenhang mit der katastrophalen Flut im Sommer 2021

Einsatz: 48/2021
Stichwort: Katastrophenalarm
Datum: 14.07.2021 bis 31.07.2021

Zusammenfassender Einsatzbericht

Es ist eigentlich kaum möglich, die letzten Wochen sinnvoll zusammen zu fassen. Wir haben Dinge erlebt, die wir uns nicht vorstellen konnten. Das gilt natürlich nicht nur für die Feuerwehr, sondern für jeden, der in den letzten Wochen in Erftstadt anwesend war. Wir wollen versuchen, einige dieser Eindrücke zusammen zu fassen und damit ein Bild von unserer Arbeit der letzten Wochen zu vermitteln.

Dabei ist es uns wichtig, keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen und keine Fotos von Schadenobjekten zu veröffentlichen. Hierzu finden sich ausreichend Bilder und Videos in der lokalen und überregionalen Presse.

Gleichzeitig möchten wir uns bei den unzähligen Hilfs- und Unterstützungsangeboten bedanken. Es war vor allem eine tolle Unterstützung, wenn an den Einsatzstellen Wasser oder etwas zu Essen angeboten wurde. Auch die vielen Anfragen und Angebote per Mail oder über unser Kontaktformular waren überwältigend. Aufgrund der vielen Einsätze und der Vielzahl eingegangener Nachrichten und Emails konnten wir (Stand 1. August) leider noch nicht alle eingegangenen Angebote beantworten. Wir werden das aber nachholen.

Die Nacht von Mittwoch (14. Juli) auf Donnerstag

Wie fast alle anderen Feuerwehren in den vom Starkregen betroffenen Gebieten wurden wir im Laufe des Mittwochs (14. Juni) zu verschiedenen Pumpeneinsätzen alarmiert. In der ersten Nacht von Mittwoch auf Donnerstag waren wir an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet zum Auspumpen von privaten Kellern eingesetzt. Anders als bei “normalen” Unwetterlagen haben wir hier erleben müssen, dass es mit unserer Pumpenkapazität unmöglich war, die eindringenden Wassermassen schnell genug abzuführen. Trotz massivem Pumpeneinsatz war es unmöglich, die betroffenen Keller zu halten. Da gleichzeitig immer mehr dringendere Notrufe eingingen, musste der Pumpeneinsatz für private Keller am Mittwochabend aufgegeben werden.

In weiteren Verlauf der Nacht war die Löschgruppe Liblar dauerhaft in Notfalleinsätzen eingesetzt. Insbesondere die Rettung der Pferde aus den Stallungen, die hinter der Blessemer Burg lagen, und die Evakuierung der Burg Blessem sind hier in Erinnerung geblieben. Für die eingesetzten Feuerwehrleute war es dabei kaum erträglich, vielen Menschen in ihrer Angst um ihr Hab und Gut nicht helfen zu können. Den enormen Wassermassen, die in die Wohnungen und Häuser einströmten, konnte man mit unseren Mitteln nichts entgegen setzen. Natürlich weiß man, dass es vernünftig ist, die Kräfte auf Menschen- und Tierrettungen sowie auf den Schutz kritischer Infrastrukturen (Krankenhäuser, Altenpflegezentren, etc.) zu konzentrieren – aber es fühlt sich nicht gut an…

Donnerstag (15. Juli)

Nachdem die erste Nacht bereits viele Kräfte gezehrt hat, freuten sich viele auf eine Auslösung am Morgen des 15. Juli. Alle Einsatzkräfte waren im Wasser und sind häufig bis zur Hüfte nass geworden. Die meisten sind am Vortag zur normalen Arbeit aufgestanden und waren dementsprechend bereits bis zu 24 Stunden auf den Beinen.

Die für uns unerwartete Flutwelle kam allerdings so schnell, dass im weiteren Verlauf des Donnerstags unzählige Menschenrettungen und Evakuierungen für alle Einheiten der Feuerwehr Erftstadt stattfanden. Hinzu kam, dass etliche Straßen und Brücken aufgrund der Wassermassen mittlerweile unpassierbar wurden. Den gesamten Donnerstag über sind wir pausenlos vorwiegend in den Ortslagen Bliesheim, Blessem und Liblar im Einsatz gewesen und unterstützten abschließend in der Nacht zu Freitag die Evakuierung von Krankenhaus, Altenpflegeeinrichtung und Hospitz in Frauenthal.

Erst am Freitagvormittag – nach teilweise 48 Stunden auf den Beinen – konnten viele Feuerwehrleute in Erftstadt ihre erste kurze Pause einlegen.

Einsätze ab Freitag (16. Juli)

Nach einer kurzen Erholungspause wurden wir ab Freitag zur Abarbeitung der vielzähligen anliegenden Hilfeersuchen eingesetzt, da die zeitkritischen Einsätze zur Menschen- und Tierrettung im Vergleich zu Donnerstag abnahmen. Seit diesem Freitag pumpten alle Einheiten der Feuerwehr Erftstadt zusammen mit sehr vielen Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Rotem Kreuz, Wasserwacht, Polizei, Bundeswehr und vielen weiteren etliche Gebäude leer und versuchten, die ausgefallene Infrastruktur wieder in Gang zu setzen bzw. die dafür erforderlichen ersten Schritte einzuleiten.

Dabei wurde für uns das eigentliche Ausmaß der Zerstörung erst wirklich sichtbar. Die Abarbeitung der Einsätze wurde nur für kurze Schlafpausen unterbrochen.

Großbrand bei einem lokalen Abfallentsorger

Dass auch bei einer Katastrophenlage die normalen Aufgaben der Feuerwehr nicht liegen bleiben, mussten wir am Mittwoch (21. Juli) feststellen. Auch dieser Tag war eigentlich zur die Hilfe der Bevölkerung bei der Beseitigung der Flutschäden vorgesehen. Allerdings wurden wir zu einem Brand bei einem örtlichen Abfallentsorger alarmiert, der an diesem Tag unsere ganze Aufmerksamkeit forderte.

Einsätze in Blessem ab Donnerstag, 22. Juli

Nachdem am Donnerstag (22. Juli) die Ortslage Blessem sukzessive wieder für die Bevölkerung freigegeben wurde, wurde auch unser Einsatzschwerpunkt in den Bereich Blessem verlegt.

Hier unterstützten wir insb. durch das Auspumpen vollgelaufener Keller und kleinere Hilfeleistungen vor Ort.

Bis zum Samstag (31. Juli) wurde die LG Liblar zusammen mit etlichen anderen Einheiten jeden Tag zu Einsätzen im Zusammenhang mit der Flut eingesetzt.

Das normale Feuerwehrgeschäft lief gleichzeitig weiter. In dieser Zeit wurden wir zu mehreren Eileinsätzen, wie z.B. Gasfreisetzungen oder gemeldeten Wohnhausbränden alarmiert. Besonders hervorzuheben ist hier aber der Einsatz bei der Explosion im Chempark Leverkusen.

Einsatz als Messeinheit bei der Explosion im Chempark Leverkusen

Zusätzlich wurden wir am 27. Juli noch als Messeinheit zu der verheerenden Explosion im Chempark Leverkusen alarmiert. Wir schlossen uns dem Messzug des Rhein-Erft-Kreises an um in Leverkusen Messungen auf Schadstoffbelastungen durchzuführen.

Fazit

Der vorläufig letzte Einsatz im Zusammenhang mit der Flut war die Entwässerung der Burg Blessem am Samstag, den 31. August, zusammen mit der Einheit Köttingen. Ab dem 1. August werden wir unsere Einsätze wieder in gewohnter Weise dokumentieren.

Eine solche Situation und einen solchen Einsatz hat niemand aus unserer Einheit bisher erlebt. Es ist erschreckend, welche Zerstörung durch diese Naturgewalt verursacht wurde. Wir sind sehr froh, dass es zumindest in Erftstadt zu keinen Todesopfern im unmittelbaren Zusammenhang mit der Flut gekommen ist. Unser Mitgefühl ist bei allen Menschen, die von den Ausmaßen dieser Flut betroffen sind, auch über unsere Stadtgrenze hinaus.

Gleichzeitig ist der Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung und auch in den Reihen der Hilfsorganisationen überwältigend. Insbesondere die vielen Spontanhelfer, die z.B. in Blessem tatkräftig mit anpackten und wildfremden Menschen einfach und unkompliziert geholfen haben und Keller ausräumten oder anderweitig unterstützten, haben uns wirklich beeindruckt. Aber auch die Spendenbereitschaft und die Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln, die auch uns immer wieder unterstützt hat, motiviert ungemein.

Wir möchten uns bei allen Menschen, egal ob als Zivilperson, Feuerwehr (explizit auch bei den vielen eingesetzten überörtlichen Einheiten), THW, Polizei, Bundeswehr, DRK, Malteser Hilfsdienst, ASB, Wasserwacht, DLRG und von allen anderen Organisationen bedanken, die zur Bewältigung dieser unglaublichen Katastrophe beigetragen haben und weiter beitragen.

Hauptamt und Ehrenamt

In unseren Einsatzberichten schreiben wir häufig, dass wir “zusammen mit unserer hauptamtlichen Wache” alarmiert wurden. Was ist das überhaupt? Und hat Erftstadt nicht eigentlich eine Berufsfeuerwehr?
In diesem Beitrag versuchen wir, den Aufbau der Feuerwehr Erftstadt als “Freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften” darzustellen.

Freiwillige oder Berufsfeuerwehr – was für eine Feuerwehr hat Erftstadt eigentlich?

Welche “Arten von Feuerwehren” es gibt, ist in NRW im Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) definiert. Laut diesem Gesetz wird im Bereich der öffentlichen Feuerwehren zwischen

  • Berufsfeuerwehren
  • Freiwilligen Feuerwehren und
  • Pflichtfeuerwehren

unterschieden. Während z.B. kreisfreie Städte Berufsfeuerwehren und Freiwillige Feuerwehren nebeneinander unterhalten, existieren in den kreisgebundenen Städten in der Regel ausschließlich Freiwillige Feuerwehren. Auch die Feuerwehr Erftstadt ist eine Freiwillige Feuerwehr. Das bedeutet, dass die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr auch bereits bei verhältnismäßig kleinen Schadenlagen von ehrenamtlichen Einsatzkräfte abhängig ist. Bei den meisten Feuerwehreinsätzen werden gemeinsam mit den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ehrenamtliche Feuerwehrleute eingesetzt, die sich in Ihrer Freizeit Aus- und Weiterbilden und neben ihrem Hauptberuf als Feuerwehrleute aktiv sind.

Was ist eine hauptamtliche Wache?

Um die Leistungsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr zu erhöhen und insb. um die Eintreff- und Ausrückezeiten der Feuerwehrfahrzeuge zu reduzieren, müssen mittlere und große kreisangehörige Städte hauptamtliche Einsatzkräfte einstellen, die gemäß BHKG so wie bei den Berufsfeuerwehren zu Beamtinnen und Beamten des feuerwehrtechnischen Dienstes zu ernennen sind. Diese Einsatzkräfte halten sich in einer ständig besetzten Feuerwache im 24-Stunden Dienst auf und rücken bei einer Alarmierung unverzüglich aus, während die ehrenamtlichen Einsatzkräfte zunächst die Wache oder das Gerätehaus aufsuchen müssen.

In Erftstadt werden im Einsatzdienst sechs Feuerwehrfunktionen dauerhaft durch hauptamtliche Einsatzkräfte besetzt. Die Kolleginnen und Kollegen der hauptamtlichen Wache besetzen ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) und die Drehleiter (DLK). Sie sind gemeinsam mit der Löschgruppe Liblar auf der Feuer- und Rettungswache in Liblar untergebracht. Darüber hinaus ist die Freiwillige Feuerwehr Erftstadt auch für den Rettungsdienst zuständig, weshalb neben angestellten Rettungsdienstmitarbeitenden auch Feuerwehrbeamte im Rettungsdienst eingesetzt werden. Da der Rettungsdienst aber ein anderes Tätigkeitsfeld ist, möchten wir dieses Thema nur am Rande erwähnen und uns an dieser Stelle vorrangig mit den Aufgaben der Feuerwehr beschäftigen. Des weiteren sind noch 5 Beamte im gehobenen Dienst bei der hauptamtlichen Wache beschäftigt, die im Tagdienst als Abteilungs- oder Amtsleitung sowie im Einsatzführungsdienst arbeiten.

Die hauptamtlichen Einsatzkräfte arbeiten an der Einsatzstelle mit den gleichzeitig über Funkmeldeempfänger (Piepser) alarmierten ehrenamtlichen Einsatzkräfte eng zusammen. Dabei gibt es keine Unterschiede in den durchgeführten Tätigkeiten. Alle Feuerwehrleute sind für das gleiche Einsatzspektrum und die gleichen Tätigkeiten ausgebildet, mit der gleichen Ausrüstung auf den Fahrzeugen und mit der gleichen Schutzkleidung ausgestattet. Haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte erledigen an den Einsatzstellen die gleichen Aufgaben und arbeiten als Team eng zusammen. Die hauptamtliche Wache ist in Erftstadt genauso eine Einheit der Freiwilligen Feuerwehr, wie es die anderen in den jeweiligen Ortsteilen untergebrachten ehrenamtlichen Einheiten auch sind.

Einsatzleitung und Leitung der Feuerwehr

Eine Besonderheit bei einer Freiwilligen Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften ist, dass die Leitung der Feuerwehr eine ehrenamtliche Aufgabe ist. Der Stadtrat ernennt ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr nach Anhörung der Mitglieder für einen Zeitraum von sechs Jahren zum Leiter bzw. Leiterin der Feuerwehr. In Erftstadt ist nach der letzten Anhörung der Leiter der hauptamtlichen Wache auch zum Gesamtleiter der Feuerwehr ernannt worden, was aufgrund der fachlichen Nähe und der beruflichen Tätigkeit naheliegend ist. Gleichzeitig ist unser Leiter der Feuerwehr auch ehrenamtlich Mitglied der Löschgruppe Kierdorf und steht damit auch außerhalb seiner Arbeitszeit ehrenamtlich für Einsätze zur Verfügung. Grundsätzlich kann aber auch eine rein ehrenamtliche Einsatzkraft die Gesamtleitung der Feuerwehr übernehmen, was es in Erftstadt in der jüngeren Vergangenheit auch mehrere Jahre gegeben hat.

Auch im Einsatzführungsdienst wird zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Einsatzkräften kein Unterschied gemacht. In Erftstadt gibt es eine EVD-Gruppe (Einsatzleiter vom Dienst), die sowohl aus ehrenamtlichen als auch aus hauptamtlichen Führungskräften besteht. Je nach Dienstplan ist also ein ehrenamtliches oder ein hauptamtliches Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr der Einsatzleiter vor Ort.

Der Einsatzleiter vom Dienst (EVD) rückt mit einem eigenen Führungsfahrzeug (Kommandowagen [KDOW]) an die Einsatzstelle aus und übernimmt vor Ort die Gesamteinsatzleitung. In dieser Funktion werden sowohl haupt- als auch ehrenamtliche Feuerwehrleute eingesetzt.

Bis zum Eintreffen des EVD agiert der ersteintreffende Gruppenführer als Einsatzleiter – auch hier ist es unerheblich, ob haupt- oder ehrenamtlich – es geht aufgrund des Erkundungsvorsprungs allein um die Frage des ersten Eintreffens.

Fazit

Die Stadt Erftstadt verfügt über keine Berufsfeuerwehr, sondern eine Freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichen Einsatzkräften. Sie besteht aus insgesamt 14 gleichberechtigen Einheiten – 13 ehrenamtlichen Löschgruppen und einer hauptamtlichen Wache – die im Einsatz Hand in Hand zusammenarbeiten.

Durch diese Struktur können schnelle Ausrückezeiten gewährleistet und gleichzeitig hohe Personalkosten vermieden werden. Dies ist ideal für Städte, in denen es nicht täglich zu größeren Einsätzen kommt. Da sich die Einsatzkräfte kennen und an den Einsatzstellen entsprechend effektiv zusammenarbeiten, wird mit dieser Taktik eine hervorragende Leistungsstärke in kürzester Zeit an die Einsatzstellen verbracht und den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt somit ein hohes Sicherheitsniveau im Bereich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr garantiert.

Damit dies funktioniert, ist die Feuerwehr Erftstadt aber auch langfristig auf ehrenamtliche Kräfte zwingend angewiesen. Bei bis zu 120 Alarmierungen pro Jahr in einigen Einheiten wird deutlich, dass Erftstadt dringend auf Bürgerinnen und Bürger angewiesen ist, die sich bei der Feuerwehr engagieren. Mitmachen ist in jeder Löschgruppe möglich – sprechen Sie uns gerne an, wir stellen den Kontakt her.

Maschinistenausbildung an der Erft

Da die Inzidenzen im Rhein-Erft-Kreis niedrig sind, können unter Berücksichtigung der Hygieneanforderungen wieder praktische Übungsdienste durchgeführt werden. Am Montag haben wir uns intensiv mit unseren Pumpen auseinander gesetzt und die Bedienung sowie die Einsatzgrenzen besprochen und praktisch umgesetzt.

Feuerwehr während Corona

Wie alle Bereiche wurde auch das Feuerwehrwesen durch die Corona-Pandemie komplett verändert. In unserem ersten Beitrag möchten wir erklären, wie Feuerwehr während der Corona-Krise funktioniert und wie unsere Einsatzkräfte vor einer Infektion geschützt werden.

Übungsdienst unter den Bedingungen der Corona-Pandemie

Regelmäßige Übungsdienste sind wichtig, damit die Handgriffe im Notfall sitzen. Normalerweise treffen wir uns jeden Montag zum Übungsdienst – man wird es sich aber wahrscheinlich denken können: Übungsdienste, so wie sie vor Corona durchgeführt wurden, sind derzeit kaum vorstellbar. Die Feuerwehr Erftstadt hat in ihrem Sicherheitskonzept immer die Vorgaben und Empfehlungen der Unfallkasse NRW und des Landesfeuerwehrverbandes berücksichtigt und sämtliche Konzepte mit dem Ordnungsamt und dem regelmäßig tagendem Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Erftstadt abgestimmt.

Nachdem bereits in der ersten Welle starke Einschränkungen im Übungsdienst erforderlich waren, konnte im Sommer 2020 unter gut kalkulierbaren Hygienebedingungen auch praktisch geübt werden. Der Rhythmus der Dienste wurde auf 14 Tage angehoben, damit im Falle einer möglichen Infektion keine Weiterübertragung beim nächsten Dienst stattfinden kann. Die Übungen wurden zusätzlich ausschließlich im Freien durchgeführt, da auch damals schon bekannt war, dass die Gefahr in Innenräumen erheblich höher ist. Ein weiterer Sicherheitsfaktor zum Erhalt der Leistungsfähigkeit war, dass ausschließlich innerhalb der jeweiligen Einheiten geübt wurde, sodass im Falle einer notwendigen Quarantäne auch nur einzelnen Einheiten temporär ausgefallen wären. Gleichzeitig waren die Handhygiene (ordentliches Händewaschen oder Desinfizieren) und das Tragen von medizinischen Masken sowie das Einhalten des Mindestabstandes wo möglich wichtige Grundvoraussetzungen für den sicheren Übungsdienst.

Übung im Corona-Sommer 2020 – Draußen, Maske, Abstand (wenn möglich)

Aufgrund der geringen Inzidenz im letzten Sommer und der hohen Disziplin innerhalb der Feuerwehr kam es glücklicherweise weder zu Infektionen noch zu Ansteckungen innerhalb der Feuerwehr Erftstadt. Trotzdem musste zu Beginn der zweiten Welle im Herbst der praktische Übungsdienst eingestellt werden. Die Gefahren der neuen Mutationen mit höherer Ansteckungsgefahr sowie die deutlich angestiegene Inzidenz lassen hier leider keine andere Entscheidung zu.

Übungsdienste über Videokonferenz

Doch auch, wenn praktische Übungsdienste derzeit nicht möglich sind, arbeiten die Mitglieder der Feuerwehr auch in der zweiten und dritten Welle weiter an ihrer Aus- und Fortbildung. Statt der persönlichen Treffen werden wöchentlich digitale Übungsdienste über ein Videokonferenzsystem abgehalten. Durch die neuen Technologien wurden den ganzen Winter und Frühling über theoretische Grundlagen besprochen und damit eine fachliche Ausbildung auf einem hohem Niveau durchgeführt. Dies hilft vor allem auch dabei, einen stetigen Kontakt untereinander zu erhalten. Feuerwehr ist schließlich auch eine Gemeinschaft, die gegenseitig aufeinander achtet. Das Teamwork spielt bei uns eine besondere Rolle.

Bis auf weiteres werden vor Ort ausschließlich rein technische Dienste von einzelnen Feuerwehrleuten durchgeführt, mit denen die Einsatzbereitschaft unserer Fahrzeuge und der darin mitgeführten Technik gewährleistet wird.

Infektionsschutz während des Einsatzdienstes

Einsätze lassen sich leider nicht digital durchführen. Selbstverständlich rückt die Feuerwehr bei jedem Hilfeersuchen in voller Stärke gemäß der gültigen Alarm- und Ausrückeordnung aus, sodass jedem Bürger in einer Notlage professionell und schlagkräftig geholfen wird. Gewisse Zusammenkünfte und beispielsweise die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen lassen sich daher nicht völlig ausschließen.

Bereitstellung an einer Einsatzstelle: Alle (außer dem Maschinist, der den Funk besetzt) warten außerhalb des Fahrzeuges und halten mit FFP2-Maske den Mindestabstand ein

Natürlich schützen sich die Feuerwehrleute bei jedem Zusammentreffen vor Infektionen, insbesondere durch die folgenden Maßnahmen:

  • Masken:
    Während der gesamten dienstlichen Tätigkeit wird jederzeit eine Maske vom Standard FFP2 (ohne Ausatemventil) getragen. Die Maske wird beim Betreten der Feuerwache angelegt und erst nach dem Einsatz wieder abgelegt.
  • Handhygiene:
    Vor dem Betreten der Wache desinfizieren sich die Einsatzkräfte ihre Hände. Dies geschieht auch in regelmäßigen Abständen an der Einsatzstelle an den Hygieneboxen, die auf den Fahrzeugen verlastet sind, sowie nach dem Einsatz.
  • Reduzierung der Fahrzeugbesatzung:
    Die Fahrzeuge werden gemäß Empfehlung des Bundesfeuerwehrarztes nicht voll besetzt: Statt einer Gruppe (9 Personen) rücken unsere Löschgruppenfahrzeuge derzeit maximal mit einer Staffel (6 Personen) aus. So kann während der Fahrt mehr Abstand gehalten werden. Während der Fahrt wird außerdem wenn immer möglich ein Fenster geöffnet, sodass gute Lüftungsbedingungen herrschen. Dementsprechend rücken teilweise mehr Fahrzeuge aus, damit das erforderliche Personal an die Einsatzstelle verbracht werden kann.
  • Verlassen der Fahrzeuge:
    An der Einsatzstelle wird das Fahrzeug schnellstmöglich verlassen, da die Infektionsgefahr im Freien deutlich geringer ist. Die Feuerwehrleute halten an der Einsatzstelle wenn immer möglich den Mindestabstand ein. Den Befehl zum Absitzen erteilt allerdings nach wie vor der Gruppenführer, der die Sicherheit seiner Mannschaft schlussendlich verantwortet. Auf der Autobahn muss beispielsweise der fließende Verkehr berücksichtigt werden. Außerdem muss ein Aufenthaltsort in der Nähe zum Fahrzeug definiert werden, damit eine Lageeinweisung und ein Einsatzbefehl schnell an die gesamte Mannschaft erteilt werden kann. Die Maßnahme mit dem Aussteigen sieht zwar einfach aus, aber die widerspricht eigentlich der grundsätzlichen Taktik, weil es die Kommunikation erschwert und durch das Absitzen schnell Unordnung an der Einsatzstelle entstehen kann. Vor allem, wenn viele Einsatzkräfte vor Ort sind, muss der Gruppenführer schnell erkennen, welche Kräfte welches Fahrzeug besetzen. Deswegen ist gerade eine hohe Disziplin von allen Einsatzkräften erforderlich.

Dienstbesprechungen

Natürlich sind persönliche Besprechungen mit Anwesenheit derzeit nicht möglich. Sämtliche Dienstbesprechungen werden seit Beginn der Pandemie über Videokonferenzen durchgeführt.

Soziales Miteinander / Vereinsleben

Eine Feuerwehr ist natürlich nicht nur eine Hilforganisation, sondern auch ein soziales Konstrukt. Nach der Übung wird normalerweise nochmal miteinander gesprochen und bei uns häufig etwas zu essen bestellt. Nach Einsätzen findet häufig auch noch einmal eine Nachbesprechung statt. Und nicht zuletzt unternehmen wir auch gemeinsam einige Ausflüge und Touren, besuchen andere Feuerwehren auf ihren Feuerwehrfesten oder unternehmen etwas gemeinsam.

Ein Bild aus Zeiten vor der Pandemie: Gemeinsame Teilnahme am Citylauf 2019

Insbesondere dieser Punkt ist von der Pandemie am stärksten betroffen. Wir verzichten seit März 2020 auf sämtliche verzichtbaren Zusammenkünfte. Auch nach den wenigen praktischen Übungen im Sommer 2020 war es leider nicht möglich, in unseren Aufenthaltsräumen gemeinsam den Abend ausklingen zu lassen. Stiftungsfeste und Feuerwehrtouren waren seit Pandemieausbruch leider auch nicht denkbar. Auch den Weihnachtsbaumverkauf unserer Jugendfeuerwehr mussten wir leider absagen.

Wir versuchen den Kontakt über den digitalen Übungsdienst zu halten. Aber das ist natürlich nicht das gleiche. Der persönliche Austausch fehlt uns sehr. So wie in jedem Bereich freuen wir uns darauf, dass Zusammenkünfte hoffentlich bald wieder möglich werden.

Straßenbenennung nach im Einsatz verstorbenen Liblarer Feuerwehrmännern

Dem Vorschlag unseres Ortsbürgermeister Martin Kolbe folgend liegt ein Beschlussentwurf vor, nach dem die Straße im Neubaugebiet zwischen Brühler Straße / Carl-Schurz-Straße / Max-Planck-Straße den Namen Jauck-Zimmer-Straße tragen soll.

Ehrengrab der Stadt Erftstadt für die beiden im Einsatz verstorbenen Feuerwehrleute auf dem Friedhof in Liblar

Die beiden Liblarer Feuerwehrleute Friedrich Jauck und Dieter Zimmer sind 1981 im Einsatz als ehrenamtliche Feuerwehrmänner ums Leben gekommen, als sie zu einer Menschenrettung unter schwerem Atemschutz in eine brennende Lagerhalle in der Max-Planck-Straße eingedrungen sind. Die Lagerhalle stürzte im Verlauf des Einsatzes ein und begrub unsere beiden Mitglieder unter sich.

Der Vorgang kann <<<hier>>> nachverfolgt werden. Die Familien der verstorbenen sind mit der Benennung der Straße einverstanden. Auch wir freuen uns über diese Geste der Wertschätzung.

Gerätekontrolle und Fahrzeugpflege zum Jahresabschluss

Unsere Geräte müssen regelmäßig gewartet und überprüft werden, damit sie im Einsatz zuverlässig funktionieren. Normalerweise integrieren wir dies in unseren regelmäßigen Übungsdienst. Da aufgrund der Corona-Pandemie derzeit kein regulärer Übungsdienst möglich ist, haben wir am Montag zwischen Weihnachten und Silvester sämtliche Geräte in einer kleinen Runde mit Abstand und Maske im Freien überprüft und die Fahrzeuge gründlich gereinigt.

Weihnachtsbaumverkauf 2020 fällt leider aus

Leider muss der diesjährige Weihnachtsbaumverkauf der Jugendfeuerwehr Liblar leider coronabedingt ausfallen. Aufgrund der beengten Verhältnisse auf dem Hof der Feuerwache können wir Abstandsunterschreitungen innerhalb unserer aktiven Mannschaft und der Jugendfeuerwehr trotz aller Überlegungen im Rahmen von Hygienekonzepten leider nicht vermeiden. Aus diesem Grund haben wir entschieden, dieses Jahr keinen Weihnachtsbaumverkauf durchzuführen.

Die Bude zum Weihnachtsbaumverkauf wird dieses Jahr leider im Lager bleiben

Nach dem abgesagten Stiftungsfest ist dies leider schon das zweite große Event im Kontakt zu unseren Mitbürgern, das uns in diesem Jahr sehr fehlt. Wir hoffen, dass wir uns im nächsten Jahr wieder sehen können und dass Sie Ihrer Feuerwehr die Treue halten.

Nachfolgend die Worte der Jugendfeuerwehr zur Absage des Weihnachtsbaumverkaufs und den Verweis auf die Jugendfeuerwehr Hürth, die sich über eine Unterstützung freuen würde.


Liebe Freunde der Jugendfeuerwehr Liblar,

seit dem Wochenende ist es leider traurige Gewissheit. Dieses Jahr wird es aus nachvollziehbaren Gründen keinen Weihnachtsbaumverkauf der Jugendfeuerwehr geben. Wir möchten uns an dieser Stelle trotzdem bei der Freiwillige Feuerwehr Erftstadt – Löschgruppe Liblar sowie der Leitung der Feuerwehr bedanken, die versuchten, bis zum Schluss, alles zu ermöglichen.

Wenn ihr euren Weihnachtsbaum trotzdem für einen guten Zweck kaufen wollt, würden wir uns freuen, wenn ihr bei unseren Freunden von der Jugendfeuerwehr Stadt Hürth vorbei schaut, die uns ebenfalls sehr unterstützt haben 😊

Wir hoffen Ihr habt eine tolle Adventszeit und ein schönes Weihnachten. Bleibt bitte alle Gesund!!!

Wir freuen uns auf euch im nächsten Jahr! 😊

Jugendfeuerwehr Liblar

Stilles Gedenken an unsere im Einsatz verstorbenen Kameraden am Volkstrauertag

Auch in Zeiten der Corona-Pandemie gedenken wir unseren im Einsatz verstorbenen Kameraden Friedrich Jauck und Klaus Dieter Zimmer.

Bei einem Brandeinsatz im Jahre 1981 sind diese beiden ehrenamtlichen Feuerwehrmänner in eine brennende Lagerhalle in der Max-Planck-Straße eingedrungen, um eine vermisste Person zu retten. Als die Halle einstürzte, verloren beide Mitglieder der Löschgruppe Liblar ihr Leben.

Da ein Gedenken vor Ort aufgrund der Corona-Auflagen leider nicht möglich ist, legten wir heute einen Kranz auf dem Ehrengrab der Stadt Erftstadt nieder.

Junger Feuerwehrmann stirbt in Welver (Kreis Soest) – Trauerflor auch an Erftstädter Feuerwehrfahrzeugen

Wir trauern mit den Angehörigen und Freunden des 26-jährigen Feuerwehrmannes, der am Samstag im Landkreis Soest während eines Einsatzes plötzlich verstarb. Als zeichen unserer Anteilnahme werden die Fahrzeuge der Feuerwehr Erftstadt – so wie in ganz Nordrhein-Westfalen – für die nächsten 14 Tage mit einem Trauerflor ausgestattet.

Beförderungen und Jubilare der Löschgruppe Liblar

Foto: Stadt Erftstadt

Auf der diesjährigen Jubilaren-Ehrung der Feuerwehr Erftstadt wurden neben vielen Anderen Jubilaren auch zwei Liblarer Feuerwehrmänner geehrt:

  • Brandoberinspektor Marcel Süß für seine 25-jährige Mitgliedschaft bei der Feuerwehr Erftstadt
  • Oberbrandmeister Hans-Peter Krings für 60 Jahre Mitgliedschaft bei der Feuerwehr Erftstadt

Im Rahmen der Veranstaltung wurden durch die Leitung der Feuerwehr auch mehrere Beförderungen ausgesprochen. Aus Liblar wurden befördert:

  • Zum Feuerwehrmann: Jim Pulger, Daniel Pulter und Patrick Vetterling 
  • Zum Oberfeuerwehrmann: Christian Quecke
  • Zum Hauptfeuerwehrmann: Sven Wendling und Marcel Claren
  • Zum Hauptbrandmeister: Martin Schwarz
  • Zum Stadtbrandinspektor: Jakub Standio und Markus Weiß

Im Rahmen der diesjährigen Jubilarenehrung wurde der Feuerwehr Erftstadt die höchste Auszeichnung der Stadt – die Carl-Schurz-Medaille – verliehen.
Ein ausführlicher Beitrag hierzu ist der lokalen Presse zu entnehmen.

Wir gratulieren allen Angehörigen der Feuerwehr Erftstadt zu ihren Beförderungen und den erreichten Jubiläen. Vielen Dank außerdem an den Arbeitskreis Veranstaltung der Feuerwehr Erfstadt, der trotz aller Corona-Einschränkungen eine tolle Freiluftveranstaltung unter der Wahrung der gebotenen Abstands- und Hygieneregeln im Gewerbepark Lechenich organisiert hat.

Auf der Internetseite der Stadt Erftstadt kann die Rede des Bürgemeisters sowie eine entsprechende Presseinformation eingesehen werden. Folgen Sie einfach den entsprechenden Links im Text.